19/08/2026
Heute früh entdeckten wir während des Wassertretens eine Flaschenpost, die wir ganz aufgeregt geborgen haben. Wir hatten ordentlich zu tun die dicke Karte aus der Flasche zu bekommen. Was waren wir alle, Eltern, Kinder und auch unsere Annette aufgeregt. Beim Lesen der Flaschenpost wurde aus anfänglicher Freude tiefe Betroffenheit und uns kullerten Tränen über die Wangen. Es war der Abschiedsbrief einer Mutter an ihr verstorbenes Kind. Was macht man in einer solchen Situation? Unsere Patientin hat es super gelöst, in dem sie das Lesen unterbrochen und den Kindern liebevoll erklärt hat, was es damit auf sich hat. Wir können Kinder nicht immer beschützen, aber wir können und müssen mit ihnen über das Schwere sprechen. Und das geht manchmal leichter als gedacht. Die Flaschenpost wurde gestern erst geschrieben. Sowohl Annette als auch die Kurfamilie haben einige liebevolle Zeilen für die Mama verfasst,auch wenn sie sie vielleicht nie lesen wird. Unsere Kurfamilie hat dann diese ganz besondere Flaschenpost wieder dem Meer übergeben. 🌊
Wir arbeiten bei uns nicht nur mit Eltern, sondern auch mit Kindern zum Thema Trauer und Verlust. Und eins wissen wir genau: Mit Kindern reden, Bücher lesen zu schweren Themen ist genau richtig. Es ist erstaunlich, wie weise Kinder sind, wie genau sie ihre Gefühle beschreiben können, wie kreativ sie sind, Schweres zu verarbeiten. Wenn wir als Erwachsene jedoch schweigen, entsteht eine Lücke, die oft mit Angst und schlimmeren Vorstellungen gefüllt wird. Lasst Eure Kinder also nicht allein. Sprecht mit ihnen, auch und gerade über schwere Themen.
Liebe " Flaschenpost- Mama"!
Auch wenn deine Hände unsere Antwort- Briefe nicht halten können, so schicken wir dir mit dem Ostseewind eine leise, aber innige Umarmung.🌬🌊♥️🍾