24/08/2026
Rückblick: 24. August 1911 – Bäckerei Stumpf-Kraus in Flammen
Im Jahr 1911 hat gab es in Wallenfels gleich drei größere Brände. Dabei wurden zahlreiche Häuser und Nebengebäude zerstört. Am Donnerstag, den 24. August 1911 brach ein Brand im Anwesen des Bäckermeisters Kraus aus, wie die Lokalzeitung „Fränkischer Wald“ einige Tage später berichtete. Vermutet wurde, dass in der Backofenfeuerung das Feuer ausgebrochen war. Kraus war und ist übrigens unser Hausname in Wallenfels.
So was passierte bei Bäckern mit ihren Holzbacköfen im Mittelalter bis in die Neuzeit sehr of. Große wie kleine Städte – so zum Beispiel auch London im Jahr 1666, als am 2. September von einer Bäckerei ausgehend, nahezu die gesamte Stadt mit ihren Holz- und Fachwerkhäusern zerstört wurde. In Folge derartiger Brände wurden of „brandsensible“ Handwerksberufe wie Bäcker oder auch Schmiede nahe am Wasser oder sogar auf Flussinseln in der Stadt angesiedelt.
Die Bäckerei Stumpf war wohl eher zufällig auf der Insel in der heutigen Rathausgasse sesshaft. Die Hausnummer war damals Nr. 181). Bartholomäus Stumpf (25.01.1842 – 15.08.1905) war noch Landwirt, hatte aber bereits einen Holzbackofen wie zahlreiche andere Landwirte auch. Sein Sohn Johann (03.07.1876 – 29.02.1968) war es dann, der ab 1901 offiziell eine Bäckerei als Handwerksbetrieb führte.
Beim Brand im August 1911 wurde das Wohnhaus und zahlreiche weitere Gebäude ein Raub der Flammen. Selbst zur Hilfe gerufene Feuerwehren aus Steinwiesen, Zeyern, Oberrodach, Unterrodach, Kronach, Schnaid, Bernstein, Reichenback bei Presseck und Geuser konnten dies nicht verhindern. Insgesamt sind damals 10 Wohnhäuser, zwei Scheunen und weitere kleine Schuppen ein Raub der Flammen geworden. Selbst über den Mühlbach sprang das Feuer. Leider auch eine 75 jährige Frau beim Brand zu Tode.
Es dauerte dann fast zwei Jahre, bevor Johann Stumpf wieder backen konnte. Die Bäckerei wurde am Marktplatz 8 (damals Haus Nr. 102) neu gebaut. 1918 kam auch der Handel mit Kolonialwaren dazu. Später wurden auch Kohlen verkauft, zumal in den 1950er und 1960er Jahren der Backofen mit Kohle befeuert wurde.
Heute ist das Brandrisiko in den Bäckereien überschaubar. Dazu tragen zahlreiche Vorschriften bei. So müssen wir unsere ölbefeuerten Backöfen zweimal im Jahr warten lassen. Gleichzeitig sind auch zahlreiche baulichen Maßnahmen vorhanden, die eine Brandkatastrophe wie 1911 hoffentlich nie mehr kommen lassen! Und wir haben eine sehr gut aufgestellte Feuerwehr!