Connaisseur Mailorder

Connaisseur Mailorder Connaisseur Mailorder ist der älteste, noch aktive Schallplattenversand Deutschlands Herzlich willkommen beim Connaisseur. Die Schnellsten. Vollsortimenter.

Wir sind der vermutlich älteste Tonträgerversand Deutschlands, gegründet im Jahre 1972 zunächst als Ladengeschäft in Karlsruhe (der Umzug nach Speyer erfolgte anno 2006), sehr bald jedoch auch im Versandbereich tätig. Wir möchten Ihnen an dieser Stelle kurz erklären, was wir sind, was wir können – und was nicht. Fangen wir ruhig mit unseren "Schwachstellen" an…

Wir sind NICHT:

Die Billigsten. Wi

r kalkulieren fair, wir zocken niemanden ab und haben längst akzeptiert, daß man als Plattenhändler auf seriöse Art nicht reich wird. Die Preise, die – vor allem seit mit dem Einsetzen der Vinyl-Renaissance vor einigen Jahren die LP kein Nischenprodukt mehr ist, sondern wieder Teil des Tonträger-Massenmarktes – die Großen im Becken vorgeben, können wir beim besten Willen nicht halten: Wer also vorzugsweise beim billigsten Anbieter klickt, wird bei uns wohl nicht glücklich. Das hier ist eine kleine Firma. Wir haben kein riesiges Lager auf der "grünen Wiese", sondern arbeiten ausschließlich von unserem Speyerer Ladenbüro aus. Wir bemühen uns, Importe mit langen Lieferzeiten möglichst am Lager zu haben; was sich im Inland innerhalb etwa einer Woche beschaffen läßt, aus nachvollziehbaren finanziellen wie räumlichen Gründen eher nicht. Das waren wir mal, fast jedenfalls und soweit es die von uns abgedeckten Musik-Sparten betrifft, zu den magersten Vinyl-Zeiten um 1990. Bei der Flut an Vinylveröffentlichungen heute ist das nicht mehr möglich und auch gar nicht in unserem Sinne: Wir treffen eine Auswahl und leisten uns den Luxus, möglichst nur Platten zu verkaufen, hinter denen wir auch stehen. Und damit kommen wir zu dem, was wir als unsere Vorteile sehen. Wir SIND:

Kompetent. Und zwar umfassend. Ob Bach, Chet Baker oder Syd Barrett; Chopin, Don Cherry oder Ray Charles; Debussy, Miles Davis oder Dylan; Mozart, Hank Mobley oder Motörhead; Prokofieff, Charlie Parker oder Dolly Parton; Schubert, Sinatra oder Soft Machine; Zemlinsky, Joe Zawinul oder Zappa: Wir kennen unsere Platten tatsächlich. Und alle Rezensionen sind Eigenarbeit. Hilfsbereit. Sie suchen etwas, was Sie auf unseren Seiten nicht gefunden haben? Sie möchten an einer Bestellung etwas ändern? Sie möchten einen (ungefähren) Liefertermin wissen oder haben selbst einen Terminwunsch (etwa nach Ihrem Urlaub)? Alles in der Regel kein Problem, rufen Sie uns an oder schreiben eine Mail. Denn wir sind auch:

Ansprechbar. Sie landen bei uns nicht in einem anonymen Call Center, sondern fast immer direkt beim "Chef". Eine direkte, persönliche Beziehung zu unseren Kunden ist uns wichtig und Teil der Firmenphilosophie. Wir beraten Sie auch gerne, wenn Sie sich bei einer Platte unsicher sind. Und wenn wir Ihren Geschmack erst mal kennen, geben wir auch gerne persönliche Tips, die über das übliche "Kunden, die dies gekauft haben, haben sich auch das angesehen" spürbar hinausgehen. Vor allem aber lieben wir Musik. Und ganz besonders auf Schallplatten. Die sind für uns nicht einfach Waren, sondern wichtige, schützenswerte Kulturgüter. Wenn Sie das auch so sehen, sind wir vielleicht genau der richtige "Laden" für Sie…

Unser Album der Woche dürfte schnell vergriffen sein...The New Jazz Orchestra: Le Déjeuner Sur L'herbeVerve 7781429 (LP ...
05/09/2021

Unser Album der Woche dürfte schnell vergriffen sein...

The New Jazz Orchestra: Le Déjeuner Sur L'herbe
Verve 7781429 (LP 180g)
EUR 37.50

Rezension:
Die dritte Veröffentlichung der grandiosen "British Jazz Explosion"-Serie ist eine der faszinierendsten Big Band-LPs überhaupt, dies- wie jenseits des Atlantiks. Wer nur die Besetzungsliste sieht, wird ein Fusion-Projekt vermuten, finden sich doch Namen wie Jack Bruce, Jon Hiseman und Dick Heckstall-Smith in den Reihen des auch sonst glamourös besetzten Ensembles (Barbara Thompson, Ian Carr, Michael Gibbs, Henry Lowther – um wenigstens einige zu nennen). Doch lagen rockistische Ambitionen nicht im Sinne des Pianisten, Komponisten und Arrangeurs (sowie bedeutenden Autors) Neil Ardley, als der die Urform des Orchesters 1963 gegründet hatte. Sondern eine Verbindung der Klangfarben von Duke Ellington und Gil Evans mit denen des Impressionismus, wobei ihm insbesondere Komponisten wie Ravel und Ralph Vaughan Williams interessierten. Das Experiment gelang und klang so vielfältig, wie man es angesichts der Einflüsse und der beteiligten Musiker nur vermuten kann – ohne sich allerdings zu verzetteln: So extrem einige der beteiligten Charaktere auch gewesen sein mögen, hier ging es offensichtlich allen um den Ensemblesound. Leider war es wohl problematisch, die zum großen Teil hier bereits vielfach anderweitig beschäftigten Musiker gleichzeitig ins Studio zu bekommen, und zwischen dem 1965er Debütalbum und dem zweiten Werk (das dann auch das letzte blieb) vergingen vier Jahre, in denen sich mehrere musikalische Revolutionen ereignet hatten – sodaß das Interesse der Öffentlichkeit an dieser Sternstunde des Big Band Jazz sehr begrenzt war. Originale sind so rar gesät wie teuer: Diese herrliche Faksimile-HQ-Neuausgabe sollte man mithin keinesfalls verpassen! (1969/2021)

https://www.vinylkatalog.de/oxid.php/sid/be8caf1213ec77b34f5f8264b6c5a89b/cl/details/anid/766612d0dcb563d00.52269956/Le-D%E9jeuner-Sur-L%27herbe/

Die aktuelle britische Jazz-Szene ist bekanntlich hochspannend. Allerdings ist sie das nicht erst seit gestern, auch in ...
02/08/2021

Die aktuelle britische Jazz-Szene ist bekanntlich hochspannend. Allerdings ist sie das nicht erst seit gestern, auch in den 60ern und 70ern kamen überragende Musiker und Alben von der Insel. Mit dieser Serie will Universal Music die heute vielfach vergessene Szene dokumentieren, anhand ausgewählter Sternstunden-Alben. Einer der ersten Titel ist dieser hier:

Don Rendell: Space Walk
Decca Records 3568785 (LP 180g + Download)
EUR 37.50

Rezension:
Der Saxophonist, Jahrgang 1926, zählte zu den Urgesteinen der britischen Jazz-Szene, die er seit den 1940ern entscheidend mitgestaltet hatte. Zwar konnte er den beiden wesentlichen Strömungen der Jahre um 1970, Free Jazz und Fusion, wenig abgewinnen, man läge aber völlig falsch, würde man ihn als konservativen Musiker bezeichnen. Vielmehr suchte er einen eigenen, höchst spannenden Weg, dachte Bop und modalen Jazz weiter – was man auf dieser Quartettaufnahme aus dem Jahre 1972 auch sehr eindrucksvoll vorgeführt bekommt. Nachdem sein langjähriger Partner Ian Carr aus der gemeinsam geführten Band ausgestiegen war, gründete Rendell ein neues Quartett, wobei er nur Drummer Trevor Tomkins aus der alten Formation übernahm. Den Bass spielte Jack Thorncroft; das Tenorsaxophon war nun doppelt besetzt (Stan Robinson spielte das zweite, beide Bläser wechseln gelegentlich auf Klarinette oder Flöte!); prägend für den offenen Sound der Band aber ist vor allem Vibraphonist Peter Shade. Das Material besteht ausschließlich aus Eigenkompositionen, vier von Rendell, je eine von Tomkins, Robinson und Shade. In die Jazzwelt der Zeit war und ist diese fraglos großartige Musik nur schwer einzusortieren, weswegen das Album wohl auch ein Geheimtip blieb, außerhalb Englands praktisch nicht verkauft. Originale kosten heute denn auch gerne mehr als das Zehnfache des Reissue-Preises… Faksimile-Wiederauflage mit Flip-back-Cover! (1972/2021)

https://www.vinylkatalog.de/oxid.php/sid/a156763c622774b7dcd185487e2da86d/cl/details/anid/f9t60fafcfca32268.48480339/Space-Walk/

Unseren Newsletter-Abonnent*innen schon seit Freitag bekannt, unser Album der Woche:Snorre Kirk Quartet with Steven Rile...
27/07/2021

Unseren Newsletter-Abonnent*innen schon seit Freitag bekannt, unser Album der Woche:

Snorre Kirk Quartet with Steven Riley: Going Up
Stunt Records STULP21031
EUR 27.-

Rezension:
Man kann es sich leicht machen und den norwegischen Drummer und Komponisten in der Retro-Ecke abstellen. Es stimmt schon, auch dieses Album hätte auch 1958 erscheinen können. Es knüpft an die Sternstunden des Oscar Peterson Trios (Klavier: Magnus Hjorth) mit Ben Webster an (wobei der Saxophonton des Amerikaners Stephen Riley eher an Paul Desmond erinnert) und entspricht stilistisch dem, was man damals als Modern Jazz bezeichnete, in Abgrenzung zum Bop oder Cool Jazz. Aber wenn man Kirks Ansatz als konservativ abtut, entgeht einem was: SWING vor allem, in Großbuchstaben und von der ansteckendsten Sorte. Und grandiose Kompositionen, alle aus Kirks Feder, jede einzelne mit dem Zeug zum Standard (tatsächlich fühlen sie sich auf Anhieb so an, als gehörten sie von jeher zum Great American Songbook). Also, jedwede Vorurteile begraben und einfach hören. Die Begeisterung wird nicht lange auf sich warten lassen. (2021)

https://www.vinylkatalog.de/oxid.php/sid/2d1f978f46db0597a65d272ebf7c5023/cl/details/anid/k3d60f16236791519.82933540/Going-Up/

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Unser Album der (letzten) Woche:Rhiannon Giddens: They're Calling Me HomeLPNonesuch 7559791573EUR 23.50Rezension:Das zwe...
01/07/2021

Unser Album der (letzten) Woche:

Rhiannon Giddens: They're Calling Me Home
LP
Nonesuch 7559791573
EUR 23.50

Rezension:
Das zweite Album der vielleicht erstaunlichsten Folkmusikerin der Gegenwart mit ihrem Lebensgefährten Francesco Turrisi. Es stand vermutlich nicht auf dem Plan und ist wie so viele Alben derzeit aus der Lockdown-Situation heraus entstanden, und wie bei nicht ganz so vielen davon ist aus der Not eines der großartigsten Alben der Künstlerdiskographie entstanden, ein Hauptwerk. Es geht in diesen Songs (eigenen und teils sehr erstaunlichen Covers) natürlich im spirituellen Sinne des Titels um Sterblichkeit, aber auch ganz wörtlich um Heim und Heimat. Es sind so bekannte Traditionals darunter wie "Amazing Grace" oder "I Was In My Prime"; Giddens Versionen darf man fortan zu den größten zählen, in einer Reihe mit Aufnahmen von Mahalia Jackson, Nina Simone oder Pentangle – auch wenn sie wie im Falle des Erstgenannten so "anders" arrangiert sind, daß sich ein Vergleich ohnedies kaum anbietet. Der vermutlich erstaunlichste Titel: Claudio Monteverdis "Si Dolce è'l Tormento". Aber nicht nur hier zeigt sich, daß Giddens als Vokalistin wie als Interpretin eine Klasse für sich ist. Turrini als schier unglaublicher Multiinstrumentalist allerdings offenbar auch: Seine federnde Percussionarbeit allein ist schlichtweg spektakulär. (2021)

https://www.vinylkatalog.de/oxid.php/sid/7b9596667936a98d10cfd30f2f6533e3/cl/details/anid/1ge60ccd54d8ca7b4.82673084/They%27re-Calling-Me-Home/

Aus unserem letztwöchigen Newsletter und natürlich immer noch eine Empfehlung:Hasaan Ibn Ali: Metaphysics – The Lost Atl...
08/05/2021

Aus unserem letztwöchigen Newsletter und natürlich immer noch eine Empfehlung:

Hasaan Ibn Ali: Metaphysics – The Lost Atlantic Album
Label/AN: Omnivore Recordings / OVLP411
Format: 2 LP
49.-€

Rezension:
Der 1931 als William Henry Langford geborene Pianist ist wohl eine der enigmatischsten Figuren der Jazzgeschichte, und vermutlich ihr am spärlichsten dokumentierter Großkünstler. Nur ein einziges Album war bislang überliefert: "The Max Roach Trio Featuring The Legendary Hasaan", aus dem Jahre 1964. Legendär war Hasaan freilich nur unter Musikerkollegen; der Einfluß, den sein visionäres Harmoniedenken etwa auf John Coltrane gehabt hatte, ist kaum einschätzbar. Roach nutzte damals seinen Einfluß bei Atlantic Records, um dem bei einem breiteren Publikum gänzlich unbekannten Meister einen Studiotermin zu verschaffen. Tatsächlich gab es eine zweite Session, ein Jahr später, ohne den namhaften Drummer, mit Hasaans eigenem Quartett, die aber unveröffentlicht geblieben war (angeblich, weil der Pianist um diese Zeit wegen einer Drogensache mit dem Gesetz in Konflikt geraten war; wahrscheinlicher sind schlicht kommerzielle Erwägungen). Als 1978 bei einem Lagerhausbrand ein Teil des Atlantic-Archivs vernichtet wurde, schwand jede Hoffnung, das Material jemals zu hören – doch unlängst wurde eine Bandkopie entdeckt, immerhin sieben der acht damals aufgenommenen Tracks enthaltend, die nun beim Schatzgräber-Label Omnivore veröffentlicht wurde. Das Instrument ist offenbar derselbe ramponierte Kasten wie bei der Session mit Roach, doch Hasaan entlockt ihm Unglaubliches. Vergleichbar allenfalls mit Monk, aber noch deutlich "weiter draußen" sind seine Kompositionen wie sein Spiel. Kongenialer Partner ist Saxophonist Odean Pope, einer der wenigen Musiker, die dauerhaft mit Hasaans schwierigem Charakter umgehen konnten. Was man auf diesem Album hört, ist wegweisender Jazz: Die Liga von Alben wie "Kind Of Blue", "Giant Steps" oder "Mingus Ah Um". Daß man diese Musik nach fünfeinhalb Dekaden nun doch noch hören und erfahren darf, ist schlicht eine Sensation. Dem 1980 in bitterer Armut ohne festen Wohnsitz verstorbenen Genie nützt das freilich nichts mehr. (2021, rec. 1965)

https://www.vinylkatalog.de/oxid.php/sid/76ae8354e38d53556a3e2daaa18b567a/cl/details/anid/mim60870308c42798.99312581/Metaphysics-%96-The-Lost-Atlantic-Album/

Unsere Platte der WocheDer Vinyl-Run reißt nicht ab: Die Erstpressung der Speakers Corner-Wiederauflage des Ornette Cole...
07/05/2021

Unsere Platte der Woche
Der Vinyl-Run reißt nicht ab: Die Erstpressung der Speakers Corner-Wiederauflage des Ornette Coleman-Klassikers "The Shape Of Jazz To Come" ist beim Label bereits vergriffen. Wir haben immerhin noch ein kleines Kontingent.

Ornette Coleman: The Shape Of Jazz To Come
Speakers Corner Records / Atlantic SD1317
Format: LP 180g, audiophil
EUR 28.-

Wo nur hatte Coleman diese Töne her? Als (beispielsweise) Miles Davis knappe 10 Jahre später den Electric Jazz aus der Taufe hob, griff er immerhin auf vorhandenes Ausgangsmaterial aus Rock und Jazz zurück. Colemans Musik schien 1959 völlig neuartig, unerhört, aus dem Nichts kommend, war geradezu prophetisch. Zu Recht gilt er als einer der wichtigsten Weiterentwickler des Jazz, vielleicht der wichtigste neben dem frühen Louis Armstrong. War bis hierhin der Jazz auf festgelegten Harmonien (Akkorden) basiert, so rationalisierten Coleman und seine Spießgesellen Don Cherry, Charlie Haden und Billy Higgins dieses Fundament einfach weg – und siehe da, das Gebäude stürzte nicht ein. Wer (immer noch) Vorurteile gegen Free Jazz hat: Versuchen Sie es nochmal. Diese Musik ist mindestens so organisch wie eine beliebige Swing- oder Bop-Scheibe. Nur anders. Wer genau hinhört, erlebt vielleicht eine Erleuchtung: Von hier aus jedenfalls konnte der Jazz überall hingehen (und tat dies in den kommenden Jahren auch, der Albumtitel bestätigte sich schnell!). Als Hörer kann man das auch… Eine der echten Wasserscheiden des Jazz, neu aufgelegt von Speakers Corner, selbstredend von den analogen Quellen gemastert. (1959/2021)
https://www.vinylkatalog.de/oxid.php/sid/3fd0f85043d3c85be31fa22fb104858f/cl/details/anid/8bo608bdedc3a3f02.91899048/The-Shape-Of-Jazz-To-Come/@

Unser Album der (letzten) Woche:The Modesty Blaise / The Modesty BlaiseLabel/AN: From Lo-Fi To Disco! / 02574Format: LP ...
14/04/2021

Unser Album der (letzten) Woche:

The Modesty Blaise / The Modesty Blaise

Label/AN: From Lo-Fi To Disco! / 02574
Format: LP 180g
22,50€

Rezension:
Welch erfreuliche Überraschung. Langjährige Leser werden sich vielleicht daran erinnern, wie einst "Melancholia", das letzte Album der Bristoler Psych-Pop-Formation, auf diesen Seiten abgefeiert wurde. 20 Jahre ist das her! Nun ging die Liebhaber-Formation endlich wieder ins Studio und kam mit elf Perlen wieder heraus. Nicht alle sind neu, natürlich hat sich in zwei Jahrzehnten einiges angesammelt – was aber auch heißt, daß die Band die Perlen ihres Repertoires auswählen konnte, etwa den langjährigen Live-Favoriten "Girls Just Wanna Dance". Weit über das Jahr 1967 hinaus geht die Band nach wie vor nur selten (aber dann doch: Zumindest "Rollerdisco" springt dann mal eben eine Dekade nach vorne); aber schließlich können nur wenige den Summer Of Love so wunderbar nachempfinden wie Jonny Collins, in den schwelgerischen Melodien ebenso wie in den liebevoll detaillierten Arrangements. Elf Pop-Juwelen, like pearls on a string. (2021)

https://www.vinylkatalog.de/oxid.php/sid/c72094da70da4c4a50ae705f505f9721/cl/details/anid/v5q60674c5dde6a52.05520786/The-Modesty-Blaise/

Nitin Sawhney - ImmigrantsLabel/AN: Sony Music / 19439801461Format: 2 LP, 45 UPM29.-€Rezension:Wenn Nitin Sawhney ein Ko...
06/04/2021

Nitin Sawhney - Immigrants
Label/AN: Sony Music / 19439801461
Format: 2 LP, 45 UPM
29.-€

Rezension:
Wenn Nitin Sawhney ein Konzeptalbum zum Thema Einwanderung schreibt, weiß er, worum es geht – schließlich wuchs er selbst als Kind indischer Einwanderer im kleinstädtischen England der 1960er und 70er Jahre auf. Sawhney nahm diesen Songzyklus mit einer Vielzahl von Musikern verschiedener Generationen und vor allem verschiedenster Herkunft auf; sie alle können ihre eigenen Geschichten dazu erzählen, sei es in Worten, sei es über ihr Instrument. Die Stilmixtur ist entsprechend; man könnte das Album vielleicht als "Global Soul" charakterisieren. In der immer wieder neuen Kombination von Musik aus Asien, Afrika und Südamerika mit R'n'B, Pop und Jazz entsteht Wunderbares. Damit man sich dabei nicht zu wohlig zurücklehnt, erinnert Sawhney immer wieder an den Ernst der Thematik – etwa durch eingeblendete Sprechchöre von ausländerfeindlichen Kundgebungen. Da kann einem dann schon mal schlecht werden. Vielleicht das wichtigste Album in Sawhneys inzwischen auch drei Jahrzehnte umfassender Diskographie. (2021)

https://www.vinylkatalog.de/oxid.php/sid/cb81bf53cce26f342b89065f0875597b/cl/details/anid/mta605e290243a174.41323944/Immigrants/

Unverkennbar Lana del Rey, und doch weit entfernt von ihren frühen Arbeiten. Unser Album der Woche:Lana Del Rey - Chemtr...
26/03/2021

Unverkennbar Lana del Rey, und doch weit entfernt von ihren frühen Arbeiten. Unser Album der Woche:

Lana Del Rey - Chemtrails Over The Country Club
Label/AN: Polydor / 3549780
Format: LP 180g
23,50€

Rezension:
Schon mit dem Vorgänger "NFR!" (das dazwischen liegende Spoken Word-Album läuft außer Konkurrenz mit) wurde die Luft über ihr dünn, doch mit diesem Album hat Lana Del Rey sich dem Gipfel der Songwritingkunst noch ein Stück weiter genähert, in welch luftigen Höhen der in ihrem Falle auch liegen mag. "Luftig" ist überhaupt ein gutes Stichwort, um diese schwebenden, wolkenartigen Songs mit ihrer meist minimalen Rhythmik und ihren fragilen Arrangements zu beschreiben. Die großen Ikonen der Zunft, Carole King und Joni Mitchell (mit deren "For Free" das Album auf geradezu magische Art endet), sie sind durchaus gegenwärtig – aber Del Rey hat längst ihre eigene Sprache gefunden, in lyrischer wie in musikalischer Hinsicht. Und was die Wirkung ihres Gesangs betrifft, müßte man sowieso eine andere Göttin erwähnen: Stevie Nicks. Schwer, hier nicht ins Schwärmen zu geraten. Aber solche Instant-Kandidaten für den harten Kern der Sammlung, das Fach mit den "Insel-Platten", erscheinen auch nicht jeden Tag. (2021)

Dass die britische Jazzszene vor Talent überquillt, ist kein Geheimnis mehr. Unser Album der Woche kommt von dieser phan...
19/03/2021

Dass die britische Jazzszene vor Talent überquillt, ist kein Geheimnis mehr. Unser Album der Woche kommt von dieser phantastischen Kombo aus Leeds:

Nubiyan Twist - Freedom Fables
Label/AN: Strut / STRUT225LP
Format: 2 LP
28.-

Rezension:
Das zwölfköpfige Ensemble ist vielleicht der beste Spiegel der nun seit einigen Jahren explodierenden jungen britischen Jazz-Szene – weil bei ihnen alle Spielarten gleichzeitig stattzufinden scheinen: Modaler und Spiritual Jazz, Latin, Highlife, Deep Soul, Funk, Hip Hop, Dub; wo immer ein zwingender Groove ist, Nubiyan Twist sind schon da. Auch beim dritten Album wechseln die Sänger, wobei es natürlich nicht um ein prestigeträchtiges All Star-Karussell geht, sondern darum, jedem Song die richtige Klangfarbe zuteil werden zu lassen, sei es mit der Neo-Soul-Chanteuse Ria Moran im eröffnenden "Morning Light", mit der "hauseigenen" Cherise Adams-Burnett (die natürlich mehrfach auftritt), mit der 74jährigen Highlife-Legende Pat Thomas (sagenhaft, wie gut der Mann bei Stimme ist!) oder mit dem MC und Altsaxophonisten Soweto Kinch, der nicht nur ein exzellenter Rapper ist, sondern auch wunderbar auf Soul-Crooning umstellen kann. Bei aller instrumentalen Macht, zu der die Bläser- und Perkussion-starke Formation fähig ist, gibt es auch immer wieder Momente (etwa im brasilianisch angehauchten "Keeper"), in denen sie mit bemerkenswerter Delikatesse zu Werke geht. Möchte man sofort live erleben, aber so lange das nicht geht, ist dieses spektakuläre Album nicht der schlechteste Ersatz. (2021)

Unsere wöchentliche Empfehlung ist heute das Debütalbum dieser jungen Britin:Anna B Savage - A Common TurnLabel/AN: City...
05/03/2021

Unsere wöchentliche Empfehlung ist heute das Debütalbum dieser jungen Britin:

Anna B Savage - A Common Turn
Label/AN: City Slang / SLANG20274LP
Format: LP + Download
21,-€

Rezension:
Es gehört schon einiges Selbstbewußtsein dazu, eine Replik auf Leonard Cohens "Chelsea Hotel #2" zu schreiben. Mit der Single "Chelsea Hotel #3" machte die 21jährige Londonerin im Februar 2020 auf sich aufmerksam, dank Corona verzögerte sich das dazugehörige Album dann allerdings fast ein ganzes Jahr. Es enthält noch weit mehr bemerkenswerte Songs, im Grunde ist jeder Song ein künstlerisches Statement. Die Arrangements sind meist sparsam, es geht vor allem um die Stimme – eine Stimme von unglaublicher Ausstrahlung. Jüngere Hörer werden an Antony Hegarty / Anohni denken; ältere vielleicht an Joni Mitchell in deutlich tiefer, Namen wie Nina Simone oder Odetta darf man durchaus auch ins Spiel bringen. Aber nicht nur diese faszinierende Altstimme, auch die Songs selbst scheinen eine geheimnisvolle Energie auszustrahlen. Folk und Soul, gelegentlich allerdings auch Indie Rock sind die Säulen, auf denen sie stehen, doch mit stilistischer Beschreibung wird man ihnen kaum gerecht: Dieses Album muß man am eigenen Leib erfahren. Man wird schnell zu dem Schluß kommen, es mit einer Großkünstlerin zu tun zu haben… (2021)

Diese Woche kommt unser Tipp wieder aus der Singer/Songwriter-Ecke, diesmal mit leichter Country-Note:Lael Neale - Acqua...
24/02/2021

Diese Woche kommt unser Tipp wieder aus der Singer/Songwriter-Ecke, diesmal mit leichter Country-Note:
Lael Neale - Acquainted With Night
Label/AN: Sub Pop / SP1402
Format: LP
21,50€

Rezension:
2015 hatte die in Los Angeles lebende Songwriterin aus Virginia ein wenig beachtetes erstes Album aufgenommen, nicht schlecht zwar, aber in der Menge ähnlicher countryorientierter Singer/Songwriter-Platten auch nicht auffallend. Sie selbst war nicht glücklich damit, empfand die Produktion als zu glatt. Auch bei folgenden LPs, die sie zwar aufnahm, aber gar nicht erst veröffentlichte, wurden die Songs ihrer Ansicht nach von den Arrangements erstickt. Dann, 2019, entdeckte sie das Omnichord, einen 1981 von Suzuki vorgestellen Mini-Synthesizer als elektronisches Pendant zur Autoharp. Und die primitiven Elektro-Sounds des heute noch gebauten (und in der Vergangenheit etwa von Brian Eno, Daniel Lanois oder Cyndi Lauper verwendeten) Instrumentes waren genau das, was Neale gesucht hatte. Plötzlich begannen ihre Songs ein Eigenleben zu entwickeln, zu atmen. "Acquainted With Night" darf man somit getrost als ihr eigentliches Debüt bezeichnen. In der schlichten, ganz bewußt gewählten Lo-Fi-Ästhetik einer heimischen Kassetten-Aufnahme entfaltet sich ein außergewöhnliches Songwriting-Talent, und wer etwa die Soloalben von Adrianne Lenker (Big Thief) liebt, sollte hier unbedingt hinhören: Gut möglich, daß man hier auf eine echte Insel-Platte stößt! (2021)

https://www.vinylkatalog.de/oxid.php/sid/0244f848603e99a93c2b5d2e86f06126/cl/details/anid/l9c6033ef12b213d7.86948757/Acquainted-With-Night/

Adresse

Wormser Str. 5
Speyer
67346

Öffnungszeiten

Montag 09:00 - 18:30
Dienstag 09:00 - 18:30
Mittwoch 09:00 - 18:30
Donnerstag 09:00 - 18:30
Freitag 09:00 - 18:30

Telefon

+496232293130

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