26/11/2025
Ehrenamtler pflegen Kempenicher Walderlebnispfad
KEMPENICH. Als im Steinrausch in Kempenich 2009 der neue Natur-Erlebnispfad seiner Bestimmung übergeben wurde, konnte noch niemand ahnen, auf welch riesige Resonanz dieser stoßen würde. Rund zehn Jahre hatte es seinerzeit gedauert, ehe die Idee, die sich Ex-Ortsbürgermeister Jochen Seifert einst in Nastätten holte, zu einer Bereicherung für den Tourismus im oberen Brohltal heranreifte und realisiert wurde. VG-Bürgermeister Johannes Bell und Seifert wiesen damals auf die behördlich übergreifende Zusammenarbeit bei der Verwirklichung des Projektes hin. In einer geologisch und vulkanologisch hoch interessanten Region wie dem Brohltal komme dem neuen und attraktiven Familienangebot eine besondere Bedeutung zu.
Das Gebiet Steinrausch befindet sich auf einem Schlacken-Vulkan, der durch spätere Vulkantätigkeit aufgebrochen und überlagert wurde. In den beiden verlassenen Steinbrüchen, die auf dem 1,7 Kilometer langen Erlebnispfad anzutreffen sind, findet sich vulkanisches Gestein aus porösen Schlacken und massiven Basaltuffen. Die Gesamtstrecke bietet neben großen Infotafeln zur Flora und Fauna sowie einem kleinen Teich im Quellbereich eines Baches viel Kurzweil für Kinder. In regelmäßigen Abständen fordern Spielstationen zur Aktion auf. Es können Strecken gemessen, Jahresringe gezählt, Baumalter und Baumhöhe geschätzt werden. Auf einer Liege wird der Blick in die Baumgipfel gerichtet, ein Hochsitz wird erklettert, beim abschließenden Tierweitsprung können die Jungen und Mädchen ihre erbrachte Leistung mit denen bekannter heimischer Lebewesen vergleichen.
Im Laufe der Zeit wurde der Erlebnispfad um einige Attraktionen bereichert. So durch einen Märchenweg, einen Kathedralenwald und einen Sinnespfad. Maßgeblichen Anteil an diesen Projekten hat die Katholische Jugend unter der Leitung von Peter Bell, die im Rahmen von 72-Stunden-Aktionen im wahrsten Sinne des Wortes ganze Arbeit geleistet haben. Ältere Menschen aus dem Ort werden sich noch an den ehemaligen Trimm-Dich-Pfad an gleicher Stelle erinnern. Der zunehmende Verfall der Stationen war mit ausschlaggebend für die Suche nach einer Ersatzlösung. Eine Projektgruppe, bestehend aus den Mitgliedern Rudi Meid, Thomas Caspers, Cornelia Schmitt, Edwin Schlich und Volker Schäfer, setzte sich folgende Prioritäten: Die einzigartige Schönheit des Steinrausches sollte Spaziergängern und Touristen zugänglich gemacht werden, Zielgruppen sollten in erster Linie Familien mit Kindern sein, die einerseits etwas über die Natur lernen, andererseits aber auch ihren natürlichen Spieltrieb stillen sollten.
Wenn einer weiß, wieviel Arbeit in den Projekten steckte, dann ist das Peter Bell. Daher ist es mehr als verständlich, dass ihm auch die Erhaltung und dauerhafte Pflege der Anlagen am Herzen liegt. Mit Ferdi Neiss hat er jemanden an der Seite, der sich ebenfalls ehrenamtlich stark engagiert und auch dank seiner handwerklichen Fähigkeiten und seiner Kreativität immer wieder mit neuen Ideen und ihrer Umsetzung für eine Optimierung sorgt. Die Ortsgemeinde und an ihrer Spitze Dominik Schmitz wissen um die Bedeutung und den unermüdlichen Einsatz dieser rührigen Ehrenamtler. Jetzt haben sie dank einer finanziellen Unterstützung die Möglichkeit, frei verfügbares Geld für notwendige Auslagen einzusetzen. Die Spende resultiert aus Rücklagen, gebildet mit Erlösen aus Veranstaltungen, die anlässlich der Kirmes von den Ortsvereinen organisiert werden. So wurden in der Vergangenheit bereits örtlich aktive Jugendgruppen unterstützt. In diesem Jahr gehen 500 Euro an die ehrenamtlich tätigen Walderlebnispfad-Macher.
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Am Eingang zum Walderlebnispfad formierten sich Vertreter von Ortsvereinen um Ortsbürgermeister Dominik Schmitz (Mitte), der den Machern Peter Bell und Ferdi Neiss (links und rechts daneben) die Spende von 500 Euro überreichte.
Foto: Hans-Josef Schneider