Natuerliche Pferdefuetterung, Training und Therapie

Natuerliche Pferdefuetterung, Training und Therapie Natürliche Pferdefütterung - Das Original
Du möchtest dein Pferd ohne den Einsatz von synthetischen Zusatzsoffen so naturnah wie möglich füttern?

Neuigkeiten in den Kooperationen​Wir haben einen neuen Kooperationspartner für euch gewonnen. In den letzten Wochen habe...
17/03/2026

Neuigkeiten in den Kooperationen

Wir haben einen neuen Kooperationspartner für euch gewonnen. In den letzten Wochen haben wir die Produkte vom Biohof Elmengrund getestet. Neben den Ergänzungsfuttermitteln aber vor allem auch das angebotene Heu, denn immer mehr unserer Kunden suchen nach zuverlässigen Heulieferanten. Zunächst: Bei Elmengrund werden das Heu und auch die anderen Futtermittel regelmäßig analysiert. Für viele der Heuschnitte steht sogar eine mikrobiologische Untersuchung zur Verfügung. Und bei den Tests haben die Gegenproben bei der Lufa diese Ergebnisse auch bestätigt.

Auch die Ergänzungsfuttermittel haben eine tolle Qualität. Im Bereich der Mischfutter wurden zum Beispiel auch Vorschläge anderer Futterexperten umgesetzt. Unsere Pferde und die Kundenpferde, mit denen wir getestet haben, waren vollauf begeistert. Deswegen haben wir uns nun für eine offizielle Kooperation entschieden. Und so bekommt ihr ab sofort mit dem Code "naturlichepferdefutterung05" auf alle Produkte 5% Rabatt.

Und noch eine weitere Neuigkeit: Bei PerNaturam haben wir ab sofort einen individuellen Code, der sich auch nicht mehr ändert. Mit "Natürliche-Pferdefütterung" bekommt ihr weiterhin 5 % Rabatt auf das gesamte Sortiment.

Wir freuen uns sehr, dass wir unter unseren Kooperationspartnern nun auch einen tollen Heulieferanten haben und die bestehenden Zusammenarbeiten immer weiter ausbauen können.

Eure Stimme kann helfen Unsere Ortsfeuerwehr, die Stützpunkt Feuerwehr Katlenburg, hatte vor kurzem ein tolles Training ...
11/03/2026

Eure Stimme kann helfen

Unsere Ortsfeuerwehr, die Stützpunkt Feuerwehr Katlenburg, hatte vor kurzem ein tolles Training zum Thema Großtierrettung mit einem Simulator und professionellem Equipment. Das war schon total stark. Nun soll die Ausstattung dafür auch hier angeschafft werden und da käme der Gewinn bei der VR Bank genau richtig.

Deswegen wäre es toll, wenn ihr einfach eure Stimme abgebt unter Niedersachsen und dann gleich an erster Stelle die Feuerwehr Katlenburg. Jeder kann nur einmal abstimmen. Es braucht nur euren Namen und eure Mailadresse.

Hier geht's zur Abstimmung: https://mitmachbank.de/erste-abstimmung-2026/

20/02/2026

⁉️ Fragen-Freitag: Wie therapiere ich KPU ⁉️

Ihr habt gefragt, wie ich KPU beim Pferd therapiere. Und ich sag es gleich mal vorab: Wer in diesem Video eine einfache Produktempfehlung erhofft, der wird enttäuscht.

Denn KPU ist nur der Name für einen Symptomkomplex, der wiederum diverse Ursachen haben kann. Um das zu verstehen steigen wir in diesem Video mal etwas tiefer ein.

Das Video steht auch auf YouTube zum Teilen und anschauen bereit:
https://youtu.be/BUWrNIjykK4

23/01/2026

⁉️ Wie erkenne ich Schmerz/Leid ⁉️

Die Frage kam gleich zwei mal auf:

Wie erkenne ich, dass mein Pferd Schmerzen hat?
Wie merke ich, dass mein Pferd leidet?

Eine Frage, die Neutralität verlangt, aber auch einfach so viel mit Emotionen zu tun hat. In unserem Video habe ich versucht euch ein paar Anhaltspunkte mit zu geben.

🦄🐎🧚‍♀️ Was hält uns davon ab... 🦄🐎🧚‍♀️​Am Wochenende habe ich euch gefragt, warum ihr es heute nicht geschafft habt etwa...
19/01/2026

🦄🐎🧚‍♀️ Was hält uns davon ab... 🦄🐎🧚‍♀️

Am Wochenende habe ich euch gefragt, warum ihr es heute nicht geschafft habt etwas mit eurem Pferd zu machen. Hintergrund ist eine Idee, die mir schon seit einigen Wochen im Kopf herumschwirrt und durch zwei Pferdemenschen in meinem Umfeld jetzt noch einmal tiefer angestoßen wurde.

Ich danke allen für die vielen offenen und teilweise auch sehr tiefgehenden Antworten! Eine Auswahl habe ich euch mal eingefügt. Vielleicht erkennt ihr euch in der ein oder anderen Antwort wieder? Und so habe ich meinen Sonntag dazu genutzt, ein Konzept zu erstellen. Ich weiß gar nicht, ob man es als "Kurs" beschreiben kann. Es wird eher eine gemeinsame Reise. Es wird um Inspiration gehen und Ideen, was man auch bei "Wetter" noch mit seinem Pferd machen kann. Um das Ausnutzen von Gruppenzwang, um sich zu überwinden und das gegenseitige stärken und motivieren. Aber auch um tiefergehende Übungen, denn manche Vorwände gründen auf Themen, die wir bisher noch nicht angegangen sind. ​ ​ Und natürlich gibt es einige praktische Tools an die Hand, um seinen eigenen Weg besser im Blick behalten zu können.

Ich kann noch nichts zu Terminen, Preisen oder dem genauen Ablauf sagen. Das ist der nächste Schritt. Es wird online sein, wird werden aber einige Pferdefrauen direkt begleiten (danke Mädels, dass ihr mir das Vertrauen schenkt und euch zur Verfügung stellt). Alle Live-Meetings werden auch aufgezeichnet, sodass ihr flexibel nachschauen könnt. Aber trotzdem müsstest du in einem gewissen Zeitraum (etwa 3 Monate?) in der Woche eine bestimmte Zeit in dich und dein Pferd investieren.

Wärst du dabei und würdest mit auf die Reise gehen, oder gäbe es etwas, was dich daran hindert? Kommentiere gerne, was du von so einem Konzept erwarten würdest.

16/01/2026

⁉️ Fragen-Freitag: Krippen- und Kraftfutter ⁉️

Ihr habt gefragt, was man als natürliches Basisfutter verwenden kann. Für mich gibt es immer drei Kategorien an "Kraftfutter". Ergänzungsfuttermittel ("Müslis"), die ähnlich wie eine artenreiche Wiese den Speiseplan bereichern und zum Beispiel gefüttert werden, weil alles Pferde etwas bekommen. Einzelfuttermittel wie Heucobs, Grünhafer und Co. die jeweils ihnen eigene Spezialgebiete mit sich bringen. Und spezielle Ergänzungsfuttermittel, die zum Beispiel protein- oder energiereich sind.

Gleich vorweg: Nein, man kann dort nicht online bestellen. Natürlich Natürlich ist ein stationäres Geschäft in Katlenburg. Fast alle vorgestellten Futtermittel bekommt man aber eigentlich beim Futterhändler seines Vertrauens vor Ort oder im Internet auf den großen Plattformen. Und natürlich ist die Liste der Futtermittel nicht vollständig. Das sind die Futtermittel, die wir seit Jahren selber und in Beratungen einsetzten und die wir gut kennen.

🌳🍂🌲Live Abend "Bäume und Sträucher"🌳🍂🌲Bäume im Pferdebereich werden oft nur auf Schattenspender und Witterungsschutz red...
15/01/2026

🌳🍂🌲Live Abend "Bäume und Sträucher"🌳🍂🌲

Bäume im Pferdebereich werden oft nur auf Schattenspender und Witterungsschutz reduziert. Aber Bäume und Sträucher können auch in der Fütterung und der Unterstützung euerer Pferde einen wichtigen Platz einnehmen.

In diesem Live-Abend wird uns Franziska Böhmer von Succi recentis officinalis genau diese Möglichkeiten einmal vorstellen. Dabei geht es auch um die verschiedenen Pflanzenteile wie Rinden, Blätter und Knospen.

Der Live Abend ist kostenlos und wird aufgeziechnet. Ihr müsst euch nicht anmelden. Kommt einfach am Montag, den 26. Januar um 19:30 Uhr in unser Zoom Meeting. Natürlich wird es auch die Möglichkeit zum Fragen stellen geben.

Hier geht es zum Meeting:
https://zoom.us/j/93918305320
Meeting-ID: 939 1830 5320

🌿🐎💪Hanf in der Pferdefütterung🌿🐎💪​Das Thema Hanf hat in unserem Futtermittellexikon lange auf sich warten lassen. Das li...
13/01/2026

🌿🐎💪Hanf in der Pferdefütterung🌿🐎💪

Das Thema Hanf hat in unserem Futtermittellexikon lange auf sich warten lassen. Das liegt vor allem daran, dass unsere Pferde echte Hanfverächter sind und der Hanf deswegen immer gar nicht so sehr in unserem Fokus liegt. Aber Hanf ist mit seinen Vorteilen nicht mehr aus der Pferdefütterung wegzudenken.

Generell ist Hanf für das Pferd eine proteinreiche, faserbasierte Futterpflanze. Er liefert Omega-3 und Omega-6 Fettsäuren, viele Vitamine und Mineralstoffe und nicht zuletzt sekundäre Pflanzenstoffe. Das Aminosäuremuster passt optimal zu den essenziellen Aminosäuren des Pferdes und die Pflanze ist gleichzeitig auch in den aktuellen Klimasituationen stabil anzubauen.

Um aber die Vorteile und Einsatzgebiete von Hanf richtig einordnen zu können, müssen wir uns die verschiedenen Pflanzenteile anschauen. Denn es macht einen großen Unterschied, ob ich den Samen oder die Pflanze selbst nutze. Und auch Hanfprotein und Hanfpresskuchen sind in der Fütterung nicht mehr wegzudenken.

1. Hanfsamen sind die kleinen, ölhaltigen Früchte der Hanfpflanze. Sie enthalten einen hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren, insbesondere Omega-3 und Omega-6, sowie wertvolle Proteine und Mineralstoffe. Aufgrund ihres hohen Ölgehalts sind sie aber natürlich auch kleine Energiebomben. Pferden sollten Hanfsamen möglichst frisch geschrotet gefüttert werden. Da sie sehr klein und hart sind, werden sie meist nicht sehr gut aufgekaut. Sie haben im Schnitt einen Proteingehalt von 20-25 %.
Ganze Hanfsamen können lange gelagert werden und haben ein geringes Risiko des ranzig Werdens.

2. Der Hanfpresskuchen entsteht als Nebenprodukt bei der Ölgewinnung aus Hanfsamen. Dabei sollte man auf Hanfpresskuchen aus der ersten Kaltpressung achten, sodass alle Nährstoffe noch erhalten sind. Hanfpresskuchen ist reich an Proteinen, Rohfasern und Mineralstoffen, enthält aber deutlich weniger Fett als die ursprünglichen Samen. Er eignet sich daher hervorragend als proteinreiche Futterergänzung mit einem optimalen Aminosäurespektrum für unsere Pferde. Der Proteingehalt liegt bei 30-35 %.
Hanfkuchen aus Kaltpressung hat immer noch eine sehr gute Haltbarkeit, sollte aber wie alle Presskuchen dunkel und kühl gelagert werden, um Oxidation zu vermeiden.

3. Hanfprotein ist die nächste Verarbeitungsstufe des Hanfpresskuchen. Dazu werden durch das Sichten (die Trennung per Sieb und Luftstrom) die schwereren Partikel der Schale aussortiert und nur das leichte Proteinmehl bleibt erhalten. ​ So wird ein Proteingehalt von 50-60 % Prozent je nach Reinheit erreicht. Rohfaser und Mineralgehalt sinken jedoch durch die ausgesiebten Schalenteile.
Durch die weiteren Verarbeitungsschritte ist Hanfprotein zwar einem höheren Risiko von Oxidation ausgesetzt, durch die größere Trocknung relativiert sich das aber auch wieder. Aber auch hier sollte auf eine dunkle und kühle Lagerung geachtet werden.

4. Hanfpellets aus der ganzen Pflanze hingegen kommen meist auf einen Proteingehalt von 10-15 %, wogegen der Rofhasergehalt natürlich deutlich steigt. Diese Form von Hanf ist somit ein super Grundfutter für alle Pferde, die keinen erhöhten Proteinbedarf haben, aber trotzdem vom breiten Aminosäurespektrum profitieren sollen. Dazu liefern solche Hanfpellets die wichtigen Rohfaser für die mikrobielle Verdauung im Dickdarm. Aber: Bei der ganzen Pflanze besteht auch immer das Risiko, dass Cannabinoide enthalten sind. Es müssen aber gesetzliche Höchstwerte eingehalten werden.
Durch den geringen Fettgehalt ist die Haltbarkeit und Lagerfähigkeit solcher Produkte nach der Trocknung sehr gut.

Cannabinoide und Doping

Grundsätzlich enthalten die Hanfsamen keine Cannabinoide. Das heißt Hanfsamen und die daraus gewonnenen Produkte sind auch in Sachen dopingrelevanz eigentlich sicher. Aber bei der Ernte kann es zur Kontamination mit THC oder CDB kommen, die als verbotene Substanzen eingestuft werden. Bei Turnierpferden wird daher bei Hanfprodukten eine Karenzzeit von 48 Stunden empfohlen.

CBD-Produkte hingegen sollte man bei Turnierpferden überhaupt nicht anwenden, da die Nachweisbarkeit der Metaboliten von CBD teilweise auch noch nach 4-6 Wochen möglich ist. Ähnlich sieht es mit THC aus, besonders wenn Hanfprodukte aus der ganzen Hanfpflanze gefüttert werden. Der gesetzliche Wert von 0,3 % THC darf in diesen Produkten nicht überschritten werden. Es wird aber davon ausgegangen, dass es bei THC und CBD einen Kumulationseffekt gibt und die Cannabinoide im Fettgewebe angereichert werden. Dadurch kann der Schwellwert im Pferd bei längeren Gaben überschritten werden. Die Nachweisbarkeit der THC- Metaboliten liegt ebenfalls bei mindestens 4 Wochen. Da die Substanzen als verboten gelten, reicht der Nachweis von Metaboliten als Einsatznachweis. Daher sollte bei Turnierpferden auf die Fütterung der ganzen Pflanze verzichtet werden.

Wer unsere Beiträge zum Futtermittellexikon kennt, erwartet jetzt eigentlich die Dosierungsempfehlung. Die können wir hier aber leider nicht geben. Denn zum einen müssten wir die für jede Verarbeitungsstufe separat betrachten und zum anderen kommt es total drauf an, was ihr mit dem Hanf erreichen wollt. Dazu kommen die verschiedenen Hanfarten und ihre unterschiedlichen Nährstoffprofile. Also fällt die Dosierungsempfehlung diesmal aus.

Unser Fazit

Hanf kann richtig eingesetzt eine tolle Bereicherung des Speiseplans, ein wertvoller Proteinergänzer, ein rohfaserreiches Grundfutter oder ein zusätzlicher Nährstofflieferant sein. Das Thema Doping sollte bei Turnierpferden jedoch im Hinterkopf behalten werden. Und auch bei Freizeitpferden kann der Kumulationseffekt relevant sein, wenn ihr das Gefühl habt, dass euer Pferd auf die Fütterung von Hanfprodukten müde oder träge wird. Die Wirkung von Cannabinoiden im Pferdekörper ist bisher auch noch nur sehr bruchstückhaft erforscht.

🕯️❄️🐴 Wasserbehälter 🕯️❄️🐴 Der anhaltende Frost hat dafür gesorgt, dass immer mehr Pferdemenschen ihre Tipps und Tricks ...
12/01/2026

🕯️❄️🐴 Wasserbehälter 🕯️❄️🐴

Der anhaltende Frost hat dafür gesorgt, dass immer mehr Pferdemenschen ihre Tipps und Tricks geteilt haben, wie sie das Wasser für ihre Pferde frostfrei halten. Dabei tauchten auch immer wieder Maurerkübel auf, die mit Grabkerzen beheizt wurden.

Maurerkübel und andere Bottiche und Eimer aus bestehen meist aus recyceltem Kunststoff. Um diesen elastisch zu machen, werden dem Kunststoff oft Weichmacher, wie zum Beispiel Phthalate zugesetzt. Das Problem dabei ist, dass diese nicht fest gebunden sind, sondern nach und nach zum Beispiel an das Wasser abgeben. Beschleunigt wird dieser Prozess besonders durch UV-Strahlung und Wärme. Es ist also generell keine gute Idee Maurerkübel langfristig als Tränkbehälter zu verwenden. Sie aber auch noch mit einer Feuerquelle zu erhitzen, ist absolut nicht zu empfehlen.

Das Problem an Weichmachern ist, dass sie eine endokrine Wirkung haben und fettlöslich sind. Das heißt, dass sie sich neben den akuten Auswirkungen auch im Körper anreichern können. Da die Leber diese Stoffe verarbeiten muss und sie über die Nieren ausgeschieden werden, belasten sie den Entgiftungsstoffwechsel. Außerdem sind sie den körpereigenen Hormonen sehr ähnlich und können daher die Rosse und die Fruchtbarkeit oder auch auf die Insulinregulation beeinflussen. Eine Untersuchung aus den USA stellt einen direkten Zusammenhang von solchen „Endocrine Disrupting Chemicals“ (endokrine Disruptoren) und EMS her:
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30502704/

Achtet also beim Kauf von Wasser- und Futterbehältern unbedingt darauf, dass sie lebensmittelecht sind oder diese schadstoffgeprüft sind. Eine Alternative als Tränkebehälter sind zum Beispiel Wildwannen. Wenn ihr eure Behälter per Kerze erhitzen wollt, dann sollten sie für entsprechende Temperaturen getestet sein. Also zum Beispiel alle Behälter, in denen gekocht werden kann.
Und natürlich fällt kein Pferd tot um, wenn es mal aus einem Maurerkübel getränkt wird. Besonders nicht, wenn die Alternative kein Wasser ist. Trotzdem ist deren Einsatz eine Belastung des Pferdekörpers, die ihr auf Dauer vermeiden könnt und sollt.

⁉️ Fragen-Freitag: Darmsanierung ⁉️​"Können wir den Pferdedarm überhaupt sanieren? Besonders unter dem Aspekt, dass das ...
09/01/2026

⁉️ Fragen-Freitag: Darmsanierung ⁉️

"Können wir den Pferdedarm überhaupt sanieren? Besonders unter dem Aspekt, dass das Mikrobiom des Pferdes noch gar nicht wirklich erforscht ist."

Zunächst einmal sollte man dazu klarstellen, dass das Mikrobiom des Pferdes durchaus Bestandteil vieler Untersuchungen ist und besonders in den letzten Jahren auch immer mehr in den Fokus gelangt. Dementsprechend gibt es immer mehr Forschungsarbeiten und auch Studien zu diesem Thema. Aber ähnliche wie beim Menschen ist die Zusammensetzung des Mikrobioms nicht bekannt. Ob es das jemals sein wird, ist auch fraglich. Denn es ist davon auszugehen, dass es auch gar nicht die eine Formel gibt, die immer gültig ist. Das Darmmikrobiom passt sich der Nahrungsgrundlage an und wird durch viele Faktoren beeinfluss. Nichtsdestotrotz wissen wir inzwischen aber schon einiges darüber, zum Beispiel was für Unterschiede das Mikrobiom eines Wildpferdes im Vergleich zu Hauspferden hat. Oder auch über die Wirkung von verschiedenen Pro- und Präbiotika oder Mineralstoffen auf das Mikrobiom. ​ Auch wo wir in den verschiedenen Abschnitten des Darms bei gesunden Pferden welche Gruppen von Mikroorganismen und in welcher Quantität zu finden sind. Dass das Darmmikrobiom des Pferdes also gar nicht erforscht ist, kann man so definitiv nicht sagen.

Wer solche Studien super aufbereitet lesen möchte und da auch auf dem Laufenden bleiben will, dem empfehle ich auf jeden Fall Michelle Dargatz von equi.flora zu folgen und auf ihren Seiten zu stöbern. Das Thema Mikrobiom und die passende Fütterung dazu ist Michelles Herzensthema und ich bin selbst unendlich dankbar, dass ich von ihr so viel zu dem Thema lernen durfte und sie uns immer auf dem aktuellen Stand hält, was neue Untersuchungen betrifft. Wer das Thema vertiefen möchte, dem kann ich auch Michelles Kurs sehr ans Herz legen! Hier könnt ihr ihn finden: https://www.equiflora.de/onlinekurs

Nun aber zurück zur Frage: Nein, wir können einen Pferdedarm nicht sanieren. Diese Beschreibung suggeriert, dass wir alles, was nicht in den Darm gehört, ausräumen könnten (quasi entkernen) und das, was rein soll wieder reinfüttern. Und das ist so besonders in dieser Einfachheit nicht möglich. Trotzdem können wir aber viel für das Darmmikrobiom und die Darmgesundheit tun. Und das beginnt bei einer möglichst natürlichen Fütterungsgrundlage. Die mikrobielle Verdauung des Pferdes ist evolutionär aus der Verdauung von Rohfaser entstanden. Deswegen sind die Gruppen der faserverdauenden Mikroorganismen reichhaltig vertreten. In der Natur wenig bis gar nicht im Dickdarmmikrobiom vorhanden sind die Milchsäurebakterien. Deswegen ist eine angepasste Fütterung von Stärke, damit diese direkt im Dünndarm aufgeschlossen wird und nicht in den Dickdarm gelangt, der zweite wichtige Punkt. Verzichten solltet ihr auf alle fermentierten Futtermittel, wie auch auf alles, was effektive Mikroorganismen enthält. Medikamente sollten nur bei entsprechender Indikation eingesetzt werden, denn natürlich haben Antibiotika, Schmerzmittel und Wurmkuren auch immer einen Einfluss. ​ Es gilt die alte Apothekerregel: So viel wie nötig, aber so wenig wie möglich.

Sinnvoll sind auch Snackspaziergänge mit eurem Pferd im Wald oder an Waldrändern. Im Waldboden, auf Rinden, Blättern und in Moosen sind genau die faserverdauenden Mikroorganismen zu finden, die das Pferd benötigt. Und wenn ihr dazu noch auf einen abwechslungsreichen Speiseplan in Bezug auf sekundäre Pflanzenstoffe achtet, dann seid ihr schon mittendrin in der „Darmsanierung“.

Zusammengefasst: Es stimmt nicht, dass das Darmmikrobiom des Pferdes noch überhaupt nicht erforscht ist, aber es gibt noch ganz viele Fragen, die dazu zu beantworten sind. Dass wir dem Darm mit einer Kur, einem Rezept oder einer Formel sanieren können, ist eine überzogene Aussage. Trotzdem gibt es viele Dinge, mit denen ihr ein gesundes Darmmikrobiom unterstützen könnt. Besonders indem ihr drauf achtet, dass ihr möglichst wenig füttert, was das Darmmikrobiom belastet.

Wer mehr dazu wissen möchte, findet auch noch viele Tipps in unserem Leitfaden "Auf den Punkt" zum Thema:

https://www.natuerliche-pferdefuetterung.de/post/darmsanierung-beim-pferd

🌿🍂🌸 Sekundäre Pflanzenstoffe 🌿🍂🌸​In diesem Beitrag wollen wir uns mal mit dem Thema sekundäre Pflanzenstoffe beschäftige...
06/01/2026

🌿🍂🌸 Sekundäre Pflanzenstoffe 🌿🍂🌸

In diesem Beitrag wollen wir uns mal mit dem Thema sekundäre Pflanzenstoffe beschäftigen und warum sie für uns in der Pferdefütterung den gleichen Stellenwert haben, wie die Versorgung mit anderen Nährstoffen.

Schauen wir einmal in die Vergangenheit. All unsere heutigen Pferderassen stammen vom Equus Caballus ab, das von Amerika aus zu Zeit der Eiszeit bei uns einwanderte. Zu dieser Zeit fanden die Pferde ein Landschaftsbild geprägt von Tundren und verschiedenen Steppentypen vor. Denn eine Steppe ist nicht immer die vertrocknete Graslandschaft aus den Westernfilmen. Es gab Waldsteppen, Kaltsteppen, Feuchtsteppen, Bergsteppen und auch die Grassteppen. ​ In Fossilien wurden anhand der DNA als Futtergrundlage Moose, Flechten, Gräser, Kräuter, Rinden, Wurzeln und Knollen nachgewiesen.

Das Verdauungssystem unseres heutigen Pferdes ist als selektiver Dauerfresser immer noch auf diese energiearme und rohfaserreiche Nahrungsgrundlage angepasst. Evolutionär hat sich nichts daran verändert. Diese Futtergrundlage bedeutet aber auch eine große Menge an sekundären Pflanzenstoffen. Denn jede Pflanzenart hat einen anderen Schwerpunkt. In unserer heutigen Fütterung, die oft von Süß- und Turbogräsern und immer weniger Artenvielfalt geprägt ist, entsteht daher ein echtes Defizit an sekundären Pflanzenstoffen. Was das bedeutet, wollen wir hier einmal beleuchten.

🌿 Was sind sekundäre Pflanzenstoffe?

Natürlich produzieren Pflanzen diese Stoffe nicht aus Nettigkeit. Sie erfüllen im Pflanzenstoffwechsel diverse Aufgaben, wie zum Beispiel die Abwehr von Fressfeinden, Pilzen, Bakterien, Viren und konkurrierenden Pflanzen. Sie können aber auch der Anlockung für die Bestäubung, die Samenverbreitung, Symbiosen oder Wirtspflanzen dienen. Die dritte große Gruppe ist der Schutz vor abiotischen Faktoren wie Temperatur, UV-Strahlung, Verdunstung und Wind. Sie entstehen in verschiedenen Stoffwechselprozessen der Pflanze. Die wichtigsten Gruppen haben wir euch in unserem Bild einmal zusammengefasst:

🌿 Was heißt „artenreich“?

Wenn man diese breite Palette an Einflüssen sieht, dann wird auch schnell klar, warum sekundäre Pflanzenstoffe ein wichtiger Bestandteil einer gesunden Pferdefütterung sind. Sie nehmen Einfluss auf den Stoffwechsel, das Darmmikrobiom, das Immunsystem, das Lymphsystem und noch so viel mehr. Und dann kommen wir mit unseren heutigen Wiesen und damit auch dem Heu.
In der freien Natur nehmen Pferde am Tag etwa 40-60 verschiedene Pflanzenarten zu sich. Wenn wir uns die klassischen Pferdeweiden anschauen, dann gilt diese schon als artenreich, wenn man 20 und mehr Pflanzenarten findet. Und selbst das ist in Zeiten von dominanten Süß- und Turbogräsern schon selten zu finden. „Unkraut“ wie Brennnesseln, Sauerampfer, Disteln und Löwenzahn werden bekämpft. Im Heu möchte man keine harten Stengel haben oder gar etwas, was piekst und sticht. Diese Entwicklung sorgt dafür, dass in der heutigen Pferdefütterung ein Defizit im Bereich der sekundären Pflanzenstoffe entsteht, welches sich auch auf die Gesundheit der Pferde auswirken kann.

Das Thema der Artendiversität ist zum Glück etwas, was in der Landwirtschaft schon länger wieder in den Fokus gerückt wurde. An Universitäten laufen dazu Projekte speziell auch auf Pferdebetriebe bezogen. Auch der VFD macht das Thema immer mehr zum Thema. Und das ist total schön zu sehen. Denn es wäre natürlich am einfachsten, wenn wir unseren Pferden zukünftig wieder Lebensräume bieten können, die ihren natürlichen Bedürfnissen entsprechen. Wenn Pferdeweiden in Zukunft wieder zuckerarm und artenreich sind und wir Heuwiesen haben, auf denen deutlich mehr als nur Gras wächst. Fragt man jedoch Experten dazu, dann ist diese Rolle rückwärts, je nachdem wen man fragt, gar nicht mehr möglich oder würde Jahrzehnte dauern. Wir arbeiten selber seit über 10 Jahren daran auf unseren Heuwiesen wieder mehr Arten anzusiedeln. Auch wenn unser Landwirt immer noch mit dem Kopf schüttelt, wenn wir Unkraut aussäen. Es ist ein Erfolg zu verzeichnen, aber wir müssen ständig dranbleiben. Sonst würden die Kräuter wieder verdrängt werden.

🌿 Was kannst du tun?

Doch natürlich könnt ihr eurem Pferd auch jetzt sofort schon dabei helfen, dieses Defizit im Bereich der sekundären Pflanzenstoffe besser ausgleichen zu können. Die einfachste Möglichkeit dazu sind Snackspaziergänge. Also gezielte Spaziergänge in den Wald oder zu wilden Wiesenrändern, wo euer Pferd sich gezielt das aussuchen kann, was es braucht. Jetzt denken bestimmt viele: „Na da wird er/sie einfach alles fressen, was er findet“. Das ist anfangs auch oft so. Aber wir bekommen immer wieder das Feedback, dass die Pferde schon nach kurzer Zeit beginnen gezielt zu suchen und zu selektieren.

Ein ähnlicher Ansatz ist es, eurem Pferd täglich einen Strauß Kräuter und Pflanzen mitzubringen, die ihr gesammelt hat. Und ja, das geht auch jetzt im Winter. Denn Rinden und Blätter und auch einige Winterpflanzen findet man auch jetzt noch. Auch das Anlegen einer Kräuterkiste ist eine Möglichkeit. Dabei schützt man die Kräuter mit einem Gitter, sodass sie nicht ausgerupft werden. Die Pferde können dann alles fressen, was durch das Gitter wächst.

Und natürlich gibt es auch Produkte, die man seinem Pferd zufüttern kann. Das Pferdgerecht Futter Natur von Agrobs oder die Hunsrücker Trift von PerNaturam sind zum Beispiel Futtermittel, die eine artenreiche Mischung im Sack bietet. Das Fundamentum von succi recentis officinalis ist ein Futtermittel, welches speziell für die Ergänzung von sekundären Pflanzenstoffen entwickelt wurde. Oder auch Kräutermischungen wie der WK-Mix von cdVet, die Landschaftsmischungen von PerNaturam oder die Jahreszeitenmischungen von Okapi sind tolle Ergänzungen für den Speiseplan.

Schaut einfach, was für euch gut umsetzbar ist. Vielleicht habt ihr auch schon eine Haltung, in der eure Pferde Zugang zu vielen Bäumen, Büschen und artenreichen Wiesen haben. Vielleicht gibt es auch die Möglichkeit bei euch im Stall Sträucher und Büsche zu pflanzen. Oder ihr macht mit eurer Stallgemeinschaft gemeinsam eine Kräuterkiste, die auf dem Putzplatz steht und wo ihr mit den Pferden snacken gehen könnt. Es gibt so viele Möglichkeiten, die ich inzwischen als Ideen und Bilder geschickt bekommen habe. Und es ist so toll zu sehen, wie viel Spaß dabei in der Umsetzung entsteht!

Denn wie immer gilt: Dieser Text soll keine Panik machen. Er soll die Augen dafür öffnen, dass eine natürliche Pferdefütterung weit mehr ist als nur die Frage, welches Mineralfutter man nehmen kann. Unser Wunsch ist es, dass wir uns immer weiter mit den natürlichen Bedürfnissen beschäftigen und unsere Fütterung und unseren täglichen Umgang immer wieder daran messen. Denn das sind wir unseren Pferden einfach schuldig.

Adresse

Am Katelberg 7
Katlenburg-Lindau
37191

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