16/10/2026
Die ICE-Brent-Rohöl-Futures gaben im frühen asiatischen Handel nach, da angesichts des Angebots zusätzlicher Rohölmengen durch Saudi-Arabien an europäische Raffinerien von einem reichlichen Angebot ausgegangen wird.
Der ICE-Brent-Frontmonatskontrakt für Dezember notierte um 04:00 Uhr GMT bei 105,15 $/bl und damit 77 Cent/bl unter dem Abrechnungskurs vom 15. Oktober, als der Kontrakt 14 Cent/bl niedriger geschlossen hatte.
Der Nymex-Rohöl-Frontmonatskontrakt für November lag bei 97,14 $/bl – ein Minus von 83 Cent/bl gegenüber dem Abrechnungskurs vom 15. Oktober, als de Kontrakt noch 2,88 $/bl höher notiert hatte.
Wie Händler berichteten, hat der staatliche Konzern Saudi Aramco begonnen, europäischen Raffinerien Spot-Rohölladungen für die sofortige Lieferung anzubieten, was das bereits reichliche Angebot aus der Golfregion weiter erhöht.
Traditionell belieferte Aramco europäische Kunden ausschließlich auf der Basis von Langzeitverträgen. Mehrere Raffinerien in der Region mussten jedoch hinnehmen, dass ihre für September und Oktober vorgesehenen Liefermengen aus diesen Verträgen erheblich verzögert oder gestrichen wurden. Grund hierfür waren Störungen der Schifffahrt im Roten Meer sowie der Angriff vom 10. September auf die saudi-arabische Ost-West-Pipeline, die über eine Kapazität von 7 Mio. bl/Tag verfügt.
Die US-Rohölvorräte sanken in der vergangenen Woche um 8,6 Mio. bl auf 415,6 Mio. bl, teilte die Energy Information Administration (EIA) am 15. Oktober mit. Ursächlich hierfür waren Produktionsausfälle im Offshore-Bereich infolge eines Hurrikans, rückläufige Importe sowie eine gestiegene Nachfrage seitens der Raffinerien.
Die Lagerbestände an der US-Golfküste verringerten sich um 9,2 Mio. bl auf 234,4 Mio. bl – der stärkste Rückgang unter den fünf von der EIA erfassten Regionen –, nachdem Hurrikan Isaias die Betreiber im US-Golf von Mexiko zur Einstellung der Förderung gezwungen hatte.
Die für die Durchsetzung von US-Sanktionen zuständigen Behörden kündigten am 15. Oktober Sanktionen gegen Banken im Irak und auf Kuba an. Diesen wird vorgeworfen, als Finanzvermittler für im Iran ansässige Unternehmen fungiert zu haben.
Die im Irak ansässige International Development Bank for Investment and Finance habe „Finanzdienstleistungen und Zugang zum US-Dollar für den Iran“ bereitgestellt, so das US-Finanzministerium. Die kubanische Banco Internacional de Comercio (Bisca) leistete nach Angaben des US-Außenministeriums Dienstleistungen für die im Iran ansässige Karafarin-Bank. Irakische und kubanische Banken sind die jüngsten Ziele der US-Bemühungen, die Finanzverbindungen des Iran zum Rest der Welt zu kappen. Zuvor hatte das US-Finanzministerium bereits Sanktionen gegen die Niederlassung einer großen ägyptischen Bank in den Vereinigten Arabischen Emiraten sowie gegen eine kleine, in der Türkei ansässige Bank verhängt.
Spanien hat für diesen Monat die Freigabe weiterer 4,4 Mio. bl aus seinen strategischen Ölproduktreserven genehmigt. Insgesamt hatte das Land zugesagt, 11,55 Mio. bl zu dem Plan der Internationalen Energieagentur (IEA) zur Freigabe von Kohlenwasserstoffreserven beizusteuern, um auf Versorgungsengpässe zu reagieren. Diese Maßnahme ergänzt die Freigabe von 3,74 Mio. bl an Mitteldestillaten, Benzin und Heizöl im März und April. Diese erfolgte im Rahmen einer Vereinbarung, die Spanien im März mit IEA-Mitgliedern geschlossen hatte und die insgesamt die Freigabe von 9 Mio. bl Mitteldestillaten, 2,2 Mio. bl Benzin und 297.000 bl Heizöl vorsah.