03/09/2026
Zur Causa Alphaville
Erscheckend!
Es ist schon erschreckend, wie viele Menschen der Meinung sind, dass Künstler*innen sowas wie Dienstleister*innen seien, bei denen mensch eine bestimmte Leistung bucht und denen mensch vorschreiben könnte, was sie wann zu sagen hätten. Das kann mensch auch nicht bei Dienstleister*innen.
Was mich auch erschreckt: Marian Gold/Alphaville sprechen sich gegen eine Partei aus, die in 5 Bundesländern als gesichert rechtsextrem eingestuft ist und sprechen sich für die Werte des Grundgesetzes aus. Es wird so getan, als seien die Aliens für Dystopia mit demokratischen Parteien gleichzusetzen und das Eintreten für die Werte des Grundgesetzes politisch links zu verorten.
Wtf? Irgendwas läuft in den Köpfen vieler falsch. Die Väter und Mütter unseres Grundgesetzes haben es bewusst antifaschistisch verfasst, denn es entstand aus Lehren, die mensch aus 12 Jahren faschistischer Diktatur zog.
Sich dafür einzusetzen ist nicht mal konkret parteipolitisch, denn wer für das Grundgesetz eintritt, tritt automatisch für alle demokratischen Parteien ein, von rechts bis links und selbstverständlich gegen rechtsextreme Parteien.
Wer ein Problem mit einem solchen öffentlichen Bekenntnis hat, sollte mal seinen Demokratie-Kompass überprüfen.
Bei Alphaville kommt hinzu, dass, wer sich mit der Geschichte der Band befasst hat, weiß, dass die Band aus der links-alternativen Szene kommt und nie unpolitisch war.
Mich erschreckt, was da gerade vor sich geht.
Die Veranstalter und die "Fans", die fordern, Marian Gold solle sich auf das Musikmachen beschränken, wollen ihn in seiner Meinungsfreiheit einschränken und haben ein Problem damit, wenn er sich zu den Grundwerten, auf denen dieses Land aufgebaut ist, bekennt. Erschreckend!
So wie Alphaville gehört auch Bap zu den Bands, die mit den 80ern verbunden sind. Bap sollten in der damaligen DDR auftreten. Geplatzt ist es, weil die Band sich nicht vorschreiben lassen wollte, was sie sagt. Auch die Tournee von Udo Lindenberg durch die DDR ist geplatzt, weil er bei seinem einzigen Auftritt dort gewagt hatte, sich nicht an das zu halten, was ihm vorgeschrieben wurde, was er sagen durfte.
Damals war es ein Skandal, dass mensch Künstler*innen einen Maulkorb verpassen wollte. Für jeden war klar, dass das zutiefst undemokratisch war und heute fordern Klaus-Torben und Klothilde-Bärbel genau das.
Erschreckend.
Einfach erschreckend!