14/06/2015
Spannend - Ehrlich gesagt – bis vor kurzem war mir die besondere Geschichte hinter den Bagels auch nicht klar ! Durch Kundenanfragen sind wir darauf gestoßen worden – und haben ein wenig rumexperimentiert (schon mal vorab – mit einem leckeren Ergebnis !!)
Also, das Wichtigste in Kürze:
Bagels haben ein Loch in der Mitte und bestehen aus einem Hefeteig, der vor dem Backen (kurz) in siedendem Wasser gekocht wird. So weit so simpel.
Um die Entstehung ranken sich einige Mythen – wovon wohl immer eine Kleinigkeit wahr ist (oder sein könnte).
In Bialystok (eine polnische Stadt an der weissrussischen Grenze) wurde der Bialy erfunden – ein Hefegebäck allerdings ohne Loch und ungekocht. Dann soll es eine Hygienverordung gegeben haben, nach der dieses Gebäck nicht mehr vom Tablett verkauft werden durfte. Bäcker sind ja erfinderisch :))) – also gab es ein Loch um die Bialys auf Holzstöcke oder Bänder zu ziehen. Und da die äußere Hülle für diesen Zweck stabiler sein musste, kam das Kochen vor dem Backen ins Spiel.
In Wien wurde während der Belagerung durch die Türken durch einen jüdischen Bäckermeister ein Gebäck für König Johann III Sobieski aus Polen (der die Wiener bei der Verteidigung und Befreiung unterstützte) gebacken – in Form eines Steigbügels – wienerisch Bi(a)gl.
Jetzt kommt der Zusammenhang zur jüdischen Ernährung, der die weltweite Verbreitung der Bagel erklärt. Am Sabbat müssen verschiedenste Ge- und Verbote eingehalten werden :
U.a. es darf nicht gearbeitet werden, es darf kein Teig angefasst werden, es darf kein Feuer gemacht werden, keine elektrischen Geräte betrieben werden ...... und, und .... und das macht erfinderisch :)))) Am Samstagabend, nach Sonnenuntergang, wird zusammen gegessen. Macht natürlich mehr Spaß und man kann sich auf das gemeinsame Feiern konzentrieren, wenn man die meisten Dinge schon vorbereitet hat.
Die Bagels für diese Mahlzeit wurden ein bis zwei Tage vorher zubereitet, im Kühlkeller gelagert (heute im Kühlschrank) und am Sabbat in kochendem Wasser „aufgeweckt“ und gebacken......... Instant-Brot !!! Tolle Idee !
Und daraus wurden dann die unterschiedlichsten Varianten – in Salzwasser, in Honigwasser, gesüßt, ungesüßt, fester, weicher, oder sogar Bagel, die noch nach Wochen gegessen (geknuspert) werden, mit Mohn, Sesam, Körnern, Gewürzen aller Art, Früchten. usw. .
Uns hat das Aussehen gereizt und die besondere Krume, die durch das Kochen entsteht. Die Stärke an der Oberfläche verkleistert dadurch und bräunt im Ofen weniger. Dadurch entsteht auch eine gewisse Zähigkeit, die den Bagel aber auch vor Austrocknung schützt – so dass er lange frisch schmeckt. Und belegt – einfach gut !!!
Jetzt reicht´s mit den Hintergründen.
Viel Spaß beim essen - ob belegt oder pur – wir wollen die Bagels mindesten Montag – Freitag produzieren.....