06/11/2025
Der Meister und der Lehrling
In einer Backstube, früh am Tag,
wo’s duftet süß nach Zucker und Schlag,
steht Meister Klaus mit stolzem Blick,
sein Lehrling Tim – noch ganz am Stück.
„Nun pass gut auf“, spricht er bedacht,
„so wird ein Kuchen richtig gemacht!
Nicht zu viel Mehl, das wird sonst zäh,
und Butter – ach, nimm lieber mehr!“
Tim rührt und schaut, der Teig ist klebrig,
der Meister nickt: „Schon ganz manierlich!
Doch sanft, mein Junge, nicht zu wild,
der Kuchen soll doch werden mild.“
Dann zeigt er Glasur, glänzend fein,
ein Zuckerguss wie Sonnenschein.
Tim staunt, die Augen rund wie Teller,
„So schön!“, ruft er, „das kann kein Schneller!“
Der Meister lacht, mit Herz und Hand:
„Geduld, mein Sohn, ist Zuckerrand!
Ein Kuchen braucht Gefühl und Zeit –
dann wird er süß und nicht gescheit.“
Und als der Duft durchs Fenster zieht,
ein warmer Hauch von Marmelid,
da weiß der Lehrling, tief im Sinn:
Backkunst hat Herz – und Zucker drin.