31/08/2024
Hör auf, mich "reparieren" zu wollen ...
Bitte, versuche nicht, mich zu "reparieren". Ich bin nicht kaputt. Ich habe nicht um deine Lösungen gebeten.
Wenn du versuchst, mich zu "reparieren", aktivierst du ungewollt tiefe Gefühle von Unwürdigkeit, Scham und Versagen in mir.
Ich habe das Gefühl, mich ändern zu müssen, um dir zu gefallen,
um dir deine Bedenken zu nehmen,
um deinen Widerstand gegen die Art, wie ich bin, zu beenden.
Und ich weiß, dass ich das nicht tun kann, jedenfalls nicht in deinem engen Zeitrahmen.
Ich weiß, dass deine Absichten liebevoll sind!
Ich weiß, dass du wirklich helfen willst.
Du willst dienen. Du willst den Schmerz der Menschen lindern, wenn du ihn siehst. Du willst ermutigen, aufwecken, betreuen, inspirieren.
Du glaubst wirklich, dass du ein positiver, mitfühlender, selbstloser, netter, guter, freundlicher, reiner, spiritueller Mensch bist.
Aber ich möchte, dass du weißt, mein Freund, dass ich mich wie ein dampfender Haufen Scheiße fühle, wenn du versuchst, mich auf diese Art und Weise zu "lieben".
Es fühlt sich für mich überhaupt nicht liebevoll an.
Ganz im Gegenteil.
Es fühlt sich an, als ob du versuchst, deine eigenen Spannungen abzubauen, indem du mich kontrollierst.
Unter dem Deckmantel, dass du "freundlich" und " hilfsbereit" und "spirituell" bist, fühle ich mich erstickt, erdrückt, zurückgewiesen, beschämt und völlig ungeliebt.
Ich fühle mich von deiner Liebe im Stich gelassen.
Verstehst du das?
Ich habe das Gefühl, dass du dich nicht wirklich um MICH kümmerst, auch wenn es oberflächlich betrachtet so aussieht!
Tief im Inneren habe ich das Gefühl, dass du ein Bild davon hast, wie ich sein sollte.
Dein Bild. Nicht meins!
Es sieht aus wie deine Liebe, aber es fühlt sich an wie Gewalt von dir.
Verstehst du das?
Doch sobald du aufhörst, mir "helfen" zu wollen, bist du die größte Hilfe für mich!
Ich versuche nicht mehr, mich zu ändern, um dir zu gefallen!
Ich fühle mich sicher, respektiert, gesehen, geehrt für das, was ich bin.
Ich kann mich in meine eigene Kraft zurückziehen.
Ich kann mir selbst wieder vertrauen, so wie du mir vertraust.
Ich kann mich tief entspannen.
Ohne deinen Druck, deine Forderung, dass ich mich aufgeben und verändern, geheilt, transformiert, erleuchtet, erweckt, repariert, "besser" sein soll, kann ich mich selbst besser sehen.
Ich kann meine eigenen inneren Ressourcen entdecken.
Ich kann meine eigene kraftvolle Präsenz berühren.
Ich fühle mich sicher genug, um meine wahren Gefühle, Gedanken und Wünsche zuzulassen und auszudrücken und meine eigenen Wahrnehmungen zuzulassen.
Ich fühle mich nicht länger erdrückt, als Opfer, als kleines Kind in den Augen eines Erwachsenen.
Der mutige Erwachsene in mir erhebt sich.
Ich atme tiefer.
Ich spüre meine Füße auf dem Boden.
Liebevolle Aufmerksamkeit durchdringt meine Erlebnisse, auch die unbequemen.
Meine Sinne fühlen sich weniger stumpf an. Heilende Energien steigen aus meinem Inneren auf.
Ich fühle mich leicht, frei, befreit von deiner Sorge.
Ich fühle mich respektiert, nicht beschämt.
Gesehen und nicht mit einem Bild verglichen.
Du hilfst mir so sehr, wenn du aufhörst, mir helfen zu wollen, mein Freund!
Ich brauche meine eigenen Antworten, meine eigene Wahrheit, nicht deine.
Ich will einen Freund, präsent und real, keinen Experten oder Retter.
Und siehst du, wenn du versuchst, mich zu retten, gibst du dich eigentlich selbst auf.
Du läufst vor deinem eigenen Unbehagen, deinem eigenen ungelebten Leben davon und konzentrierst dich auf meines?
Ich werde zu deiner ultimativen Ablenkung.
Das will ich nicht mehr für dich sein.
Lass uns diesen Kreislauf gemeinsam durchbrechen!
Hören wir auf zu versuchen, uns gegenseitig reparieren oder retten zu wollen.
Lass uns stattdessen einander lieben.
Verbeugen wir uns voreinander.
Segnen wir uns gegenseitig.
Halten wir uns gegenseitig.
So wie wir sind.
Wie wir wirklich, wirklich, wirklich sind.
-Text: frei nach Jeff Foster - übersetzt von mir Nicole von Merkelbeek
📷: GemeosYB
Bild: In sich selbst gehalten - von MIR