18/09/2021
Hufrehe im Sommer auf der abgenagten, vertrockneten Weide? Das kann doch gar nicht sein?!
Sobald der erste Aufwuchs weggefressen ist, stellen viele Stallbetreiber die stoffwechselempfindlichen und hufrehegefährdeten Pferde auf die Weideflächen, weil ja „dann nichts mehr da ist, was Hufrehe machen könnte“.
Der Gedanke dahinter ist ja nachvollziehbar: der erste Frühlingsaufwuchs ist sehr nahrhaft und für viele leichtfuttrige Kandidaten, insbesondere mit einer Hufrehe-Vorgeschichte, absolut nicht zu empfehlen. Was dabei aber oft vergessen wird ist die Tatsache, dass abgenagte Weiden nicht unbedingt weniger gefährlich sind.
Pferde fressen normalerweise das Gras nur bis etwa 10-12cm über dem Boden ab. Den Rest lassen sie stehen und ziehen weiter – natürlich nur, wenn sie auch weiterziehen können und da nicht der Zaun die Wanderung stoppt.
Haben die Pferde keine alternative Futterquelle, dann fressen sie die Gräser auch ab, bis nichts mehr auf den Weiden steht, was sie natürlicherweise nie tun würden. Denn dieser Instinkt, das Gras nicht bis zur Wurzel runter abzufressen, ist eigentlich sehr gesund.
Denn in den unteren 10cm der Gräser steigt der Zuckergehalt überproportional an, ebenso der Gehalt an für Pferde giftige Endophyten, die als Symbionten in den Gräsern wohnen. Hat man eine Fläche mit Magergräsern und –kräutern, ist das nicht so problematisch, da die Gesamtmenge an Zucker und Endophyten hier pro Pflanze vergleichsweise gering ist.
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Hufrehe im Sommer auf der abgenagten, vertrockneten Weide? Das kann doch gar nicht sein?! Sobald der erste Aufwuchs weggefressen ist, stellen viele Stallbetreiber die stoffwechselempfindlichen und hufrehegefährdeten Pferde auf die Weideflächen, weil ja „dann nichts mehr da ist, was Hufrehe mache...